Warum Sudelbuch?

In den "Sudelbüchern" - auch "Schmier-" oder "Gedankenbücher" genannt - notierte Georg Christoph Lichtenberg (1742-1799) seine seine Gedanken, Einfälle, Überlegungen und Kurzfragmente. Dieses Sudelbuch enthält ebenfalls Tagesaktuelles. Aufgelesen in meinem Beruf, meiner akademischen Tätigkeit sowie bei der täglichen Medienlektüre.

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Eine Reise in die Vergangenheit I

Abflug um 15:25 Uhr von Innsbruck. Ich bin spät d'ran. Glaube mal wieder, im Büro das Erledigen zu müssen, was in den letzten Tagen liegengeblieben ist.
Am Schalter rügt mich die Dame. Ich möge in Zukunft früher kommen oder anrufen, sonst wäre der Platz weg (es gäbe eine Warteliste). Bin aber ganz froh, nicht noch länger zwischen den aufgekratzten Touristenkindern und den smarten Geschäftsreisenden, die bis zum leztten Abdruck telefonieren und irgendwelche Wichtigkeiten in den Laptop klopfen, warten zu müssen.
Im Flugzeug dann gar nicht alle Sessel besetzt. In der Reihe neben mir ein Arbeitskollege, der nach Wien muss. Langsam stimme ich mich auf die Reise ein. Was mich wohl erwartet?
Zunächst einmal eine unangenehme Überraschung. Wir müssen über Solenau kreisen, weil keine Landebahn frei ist. Dann geht es doch hinunter, aber gleich folgt die 2. unangenehme Überraschung. Wir starten nochmals durch. Die Lautsprecheransage verkündet lapitar, dass sich vor uns ein Flugzeug auf der Landesbahn befunden hätte, weshalb eine Landung nicht möglich gewesen sei. Ich verdränge diese Meldung. Mein Anschlussflug nach Warschau startet in nicht einmal einer halben Stunde, den gilt es nicht zu verpassen.
Am Gate wartet bereits Markus, mit dem ich die Weiterreise gemeinsam bestreite.
Pünktlich heben wir ab. In knapp 1,5 Stunden sollten wir in sein. Langsam beginne ich mich doch mit dem Grund der Reise zu beschäftigen. Wir sind eingeladen, mit einem ehemaligen "Zwangsarbeiter" ein Gespräch zu führen. Er wohnt in der Nähe von Lodz und wir sollen morgen mit ihm zusammentreffen. Hans, der das alles für uns organisiert hat, ist schon in Lodz. Er erwartet und dort.
Im Flugzeug gibts kein Essen. Ein Fehler, dass ich beim 1. Flug das Essen großzügig ausgeschlagen habe.
Markus und ich besprechen die Weiterfahrt. Lt. meinem Führer fährt ein Bus vom Flughafen ins Zentrum von Warschau. Wir überlegen, von wo wir die Weiterfahrt antreten sollen. Vom Zentralbahnhof oder von dem, den mir der österreichische Fahrplan ausgeworfen hat.
Aufgrund einer doch länger dauernden Passkontrolle verpassen wir den Bus um eine Minute. Also mit dem Taxi. Der Mann beim Taxistand weistz den Fahrer an, uns zum Zentralbahnhof zu bringen. 25 Zloty soll die Fahrt kosten. In rund 20 Minuten sind wir am Bahnhof.
Ein moderner Bau, wie fast alles hier in der Stadt. Nach dem Aufstand wurden über 85 Prozent der Gebäude der Stadt von den Deutschen niedergemacht. Die Bauten des Kommunismus schauen aus wie überall.
Am Bahnhof einige Warteschlagen. Es scheint länger zu dauern. Die beiden Ticketautomaten sind kaputt. Wir erwischen die falsche Schlange. Eine Person bevor wir d'ran sind, fällt der Rollladen. Nochmals anstehen. Mit dem Essen wird es wohl nichts. Nach einer halben Studne haben wir die Fahrkarten nach Lodz. Umgerechnet knapp 7 Euro für eine Fahrt von 2,5 Stunden. Noch ist Zeit zum Essen. Wir wählen den Kebab-Stand. Es scheint dort rascher zu gehen, als in der "polnischen Küche", auch denn diese verkündet, 25 Stunden offen zu haben. Bier gibt es keines, wie überhaupt im gesamten Bahnhofsbereich (jedenfalls nicht offiziell und für uns einsehbar).
Peron 4, 20.20. Abfahrt nach Lodz. Bisher hat alles wie am Schnürchen geklappt. Entspannt fahren wir durch die dunkle Winterlandschaft unserem Ziel entgegen. Dort angekommen erwartet und Hans bereits am Bahnhof. Wir gehen zu Fuß zu unserem Hotel im Zentrum der Stadt. Hans erzählt uns ein wenig von der Geschichte der Stadt und dem Grund seines Hierseins.
Ein Bier nehmen wir später noch in einem Pub. Gegen 1 Uhr geht's ins Bett. Morgen wollen wir um 9.00 Uhr nach Tomaszów Mazowiecki aufbrechen.

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