Die Dreitageswanderung ist vorüber.

Am ersten Tag ging es vom Parkplatz beim Gasthof Feuerstein Richtung "Innsbrucker Hütte" (eigentlich ist der Weg derzeit gesperrt und sollte nicht begangen werden, es herrscht Steinschlaggefahr aufgrund von Baggerarbeiten. Zum Glück war der Bagger aber, als wir aufgestiegen sind, nicht im Steilgelände tätig). Zweieinhalb Stunden hat der Aufstieg gedauert.

Der Abend auf der Hütte war recht interessant. Gemischtes Publikum, mehr Auswärtige, als Heimische. Um 22.00 Uhr war aber Schluss mit dem "Hüttenzauber", der sich, in Ermangelung der Sangeskünste eine heiteren Gruppe im Absingen populärer Schlager (
Griechischer Wein von Udo Jürgens als Höhepunkt und Abschluss) erschöpfte.
Am nächsten Tag ging es um 8.00 Uhr nach kleinem Frühstück - Tee, 3 Scheiben Schwarzbrot, Butter, Streichkäse und Marmelade für schlappe 6 Euro - Richtung Bremerhütte. Sechs bis sieben Stunden sind für diese Wanderung angesetzt.

Geschafft haben wir es in sechseinhalb Stunden (inklusive kleinerer Pausen). Der heftige Wind ließ kein längeres Verweilen an idyllischen Plätzen zu. Zum Abschluss - wir wählen den oberen Weg über den Lauterersee, der sich mit heftigen Wellen präsentierte - noch eine kleine Herausforderung: es galt einen 30 Meter hohen Kamin hinaufzuklettern. Zwar gesichtert mit Klammern und Seil, doch etwas uneinsehbar und daher nicht ungefährlich (wenn jemand von oben kommt, zu dieser Tageszeit jedoch eher unwahrscheinlich).

Die Bremer Hütte ist bekannt für ihr besonders gutes Essen und wir haben auch mit der Tagesempfehlung Lammstelze einen guten Griff getan. Auch hier wieder das abendliche Hüttenleben; diesmal aber ohne Musik. Wir hatten eine Kammer mit Blick ins Tal und Trins kam uns in seiner nächtlichen Beleuchtung wie eine City vor.
Am nächsten Tag stand der dritte Teil der Wanderung auf dem Programm.

Diesmal bei prächtigem Wetter und absoluter Windstille. Wir wählten den wenig begangen Weg Richtung (österreichische Tribulaunhütte). Wieder war dafür eine Gehdauer von sechs bis sieben Stunden angesetzt. Auch diesmal galb es eine kleine Kraxelei. Eher am Beginn der Strecke. Wiederum gesichert mit Leiter und Seil. Da der Boden vom Vortag noch sehr nass war, eine eher rutschige Partei, aber doch leicht zu bewältigen. Auf der gesamten Strecke begegneten wir keinem Menschen. Wie kaum in einer anderen Gegend lassen sich auf dieser Strecke, etwa am Kühberg, die Folgen der letzten Eiszeit beobachten: Gletscherschliff, Hochmoore, postglaziale Seen.

Der Abstecher zur Pflerscher Scharte lohnt sich durch einen grandiosen Rundblick (Olperer und die Zillertaler zur linken, Marmolada, Langkofel, Geislerspitzen und die restliche Dolomitenwelt zur rechten Hand). Bis zur Hütte sind es dann noch gut eine Stunde über ein weites Kar in dem wir noch letzte Schneefelder entdeckten.

Auf der Tribulaunhütte haben wir dann doch nicht mehr übernachtet, sondern sind - nach einer kurzen Rast - gleich ins Tal abgestiegen. Am Abend dann die traurige Nachricht. Am Nachmittag war eine Frau einer 16-köpfigen Wandergruppe auf dem Weg von der Innsbrucker zur Bremerhütte über felsigem Gelände über 100 m abgestürzt und noch an der Unfallstelle verstorben.