115 Mitarbeiter/innen der Universität Innsbruck haben sich mit den Forderungen der Studierenden
solidarisch erklärt. Das ist ihr gutes Recht. Gutes Recht ist es aber auch, sich die Forderungen dieser Solidarität anzusehen. Da wird mehr Geld für die Bildung gefordert. D'accord! Die notorische Unterfinanzierung der österreichischen Universitäten ist bekannt. Allerdings sollte genauer spezifiziert werden, wofür das mehr Geld an den Universitäten dient. Es wird die Verschulung und Vermarktung der Studien angeprangert. Da werde ich schon hellhörig. Die Gestaltung der Curricula liegt in der Autonomie von Curriculumskommissionen. Zahlreiche UnterzeichnerInnen sind dort Mitglied, bzw. sitzen im Senat. Warum haben sie die Verschulung der Curricula nicht verhindert, dieser entgegengearbeitet? Was hat sie daran gehindert? Weiters werden die unklaren Leistungskriterien bemängelt, ohne genau zu sagen, was damit gemeint ist? Welche Leistungskriterien? Die der Studierenden? Die für die WissenschaftlerInnen? Das Überhandnehmen prekärer Beschäftigungsverhältnisse wird beklagt. Das unterschreiben beamtete WissenschaftlicherInnen, die sicher nicht im Prekariat leben. Das unterschreiben Postdocs, die über 3000,- Euro brutto im Monat verdienen. Das unterschreiben Personen, die eine Promotionsstelle innehaben, das heißt, sie können auf bezahlter Basis promovieren. Das unterschreiben Personen, die bereits eine Dauerstelle innehaben. Die UnterzeichnerInnen werden doch nicht davon ausgehen, dass alle wissenschaftlichen Stellen an der Universität Dauerstellen sein können. Das vielbeschworene Prekariat an den Universitäten gibt es tatsächlich. Es ist klar zu benennen. Eine Ausweitung auf alle befristeten Arbeitsverhältnisse ist nicht sinnvoll und entwertet diese Debatte. Karriereperspektiven mögen tatsächlich lange Zeit an den Universitäten unklar gewesen sein, mit dem Kollektivertrag ist aber ein klarer Rahmen gesetzt, in dem wieder Karrieren möglich sind. Das kann aber nicht heißen, dass jede Person für sich eine solche Karrierestelle beanspruchen kann. In den nächsten Jahren werden an der Universität Innsbruck an die 100 solcher Karrierestellen geschaffen. Hier von unklaren beruflichen Perspektiven zu sprechen, ist demagogisch und geht an den Tatsachen vorbei.
Zum Abschluss wir eine europaweite Bildungsdebatte gefordert. Ich hoffe, sie basiert auf Fakten und klaren Analysen und nicht bloß auf Behauptungen und Unterstellungen.